Dienstag, 11. September 2007

Spechtennester

Wir schwingen unsre grauen Fahnen
vorm pastellenen Firmament
seltsam doch mag es erscheinen
wie man bald sich selbst verkennt

Wut und Trauer beinander
sind ein komisches Gemisch
Tränen über Eierspätzle
auf dem reichgedeckten Tisch

Nehmen wir Gedanken wieder
hol'n wir ein was uns verstimmt?
nein es ist nur trockner Flieder
der sein eignes Wort vernimmt

Seltsam mag die Fabel klingen
Unverstanden bleibt sie ja
hör wie laut die Worte singen
von dem was niemals möglich war

Traurig klingt der Specht im Neste
weil er es nicht selbst gebaut
rötlich bleiben blasse Narben
auf der kalten, nackten Haut

Und die alten Ahnen flüstern
von der tödlichen Gefahr
diese Schaukeln durchzuschwingen
bis ins übernächste Jahr

ja, die eignen Fleischerhaken
wirken bald schon abgenutzt
klein duckt sich der Specht im Neste
welches er sich selbst beschmutzt

Wut und Trauer beinander
sind ein komisches Gemisch
Tränen über Eierspätzle
auf dem reichgedeckten Tisch

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