Donnerstag, 20. September 2007

Ein Clown

Gestern gegen halb zehn durch die halbleere Innenstadt gelaufen. In einer Seitenstraße einen einsamen Clown gesehen. Das Weiß im Gesicht schon rissig, darunter Falten, die freundlich unter der Schminke hervor lugen. Freundliche Faltengräben. Der rote Haarkranz aus Kunstfaser wirkt stumpf.
Da steht er und wiegt sich mit seiner Gitarre und singt Cat Stevens auf einer leeren Gasse. Sehr taktsicher ist er nicht, manchmal bricht die Melodie. Aber wie er sich bewegt, und wie dieses Lächeln sein Gesicht durchzieht, als sei alles ganz egal.
Im Vorübergehen sehen wir uns an, der Clown und ich. Und er ist das Schönste, das ich seit Langem gesehen habe.

4 Kommentare:

Oles wirre Welt hat gesagt…

Pardautz, nun fange ich an, inmitten schöner Texte schlauzuschnacken: Aber heißt es nicht "lugen" statt "luken"? Luken sind für mich kleine Dachfenster, aus denen man ins Abendrot spähen kann (insofern sie nach Westen hinausgehen, es gerade Abend ist und der Himmel nicht wolkenverhangen).

Anyway: Enorm schöner Text, in der Brüchigkeit des Zaubers toll eingefangen.

nora hat gesagt…

sehr schlaugeschnackt, herr c aus m :)

Da haben Sie selbstverfreilich recht.

Oles wirre Welt hat gesagt…

juchu! :)

nora hat gesagt…

toll, nicht?