Was denkst du, dass ich
die Eisprinzessin
im blinden Zorn ein Zepter schwinge
unerreichbar
schwindend fern
und doch verwundet
neben dir
Der Thron den ich
erklommen habe
aus blauem Eis
und alter Mär
es ist als ob
ich selbst noch lachte
dass alles dran
nur halbe ist
Was soll ich tun
in meinem Mantel
wenn ich nicht herrsche
schmilzt der Thron
mit ihm, was ich mein Eigen nenne
es stürzt die ganze leere Burg
Wie soll ich diesen Graben
mindern
wenn alles andre
lodernd brennt
was ich in meine Hände nehme
nicht schnell gekühlt
versengt es mich
Die Burg, fürwahr, ist fein gebaut
es häufen sich
die Elfentürme
im Reichtum frieren Feuerstürme
hinein ins seltsam glatte Blau
Doch wehe dem, der Feuer legt
und schließt die große, blaue Türe
dann hallen alle weitren Schwüre
ungehört im Nebelschein
Die Burg wird aus der Ferne dunkler
und der Nebel senkt sich schwer
was einst ein großes, wahres Feuer
wird jenseits dann
ein Nimmermehr
3 Kommentare:
Wow. Respekt, Frau Nora. Sehr schön und vor allem eiskalt gedichtet.
Aber denken Sie an die globale Erwärmung: Denen wird der Eispalast, den Sie um Ihr Herz gebaut haben, auch nicht standhalten. Wenigstens hoffe ich das für Sie. Ich werde in jedem Falle heute ganz viel CO² ausstoßen, damit das auch tatsächlich passiert.
Mensch, Herr Scheibster - hier fließt schon alles weg!
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