Freitag, 2. Juli 2010

Nachts streichelt der Asphalt die Zehen, dunkel und zahflüssig sickert das Blut, verdickt die Finger, die sich prickelnd nur zur Faust schließen wollen. Die flüsternde Wärme, wolllüstig wie eine zahnlose Konkubine, schmiegt sich an klebrig-pulsierendes Fleisch, das verschwenderisch rosiges Leben ausdünstet, streichelt und liebkost den Leib, der, ein wenig missmutig, durch die Achselhöhlen Abstand zu wahren gebietet. Als ob die Geister, Ahnen, Vorexistenzen sich im warmen Wind ein Nest gestrickt, lauernd auf den schweigend Trabenden, den Müden zwischen Traum und Gedanken zu packen sich vorgenommen hätten. Die Ballen patschen auf den Stufen, nackt und schwarz. Im Flur hört man ein Licht verlöschen. Und irgendwo bellt ein Hund.

1 Kommentar:

Lila hat gesagt…

ein wunderbarer text. die nacht ist wirklich ein eigenes biotop. geheimnisvoller als der tag, und so viel schöner.