Mittwoch, 15. August 2007

Nein, wir haben nichts Schlimmes erlebt

Wie glücklich wir sein könnten, leben wir doch in einer Zeit, in der wir keinen Krieg selbst miterleben haben müssen. Wie dankbar wir sein könnten, wo wir doch so reich, so privilegiert leben können. So ganz ohne Sorgen, ohne körperliche Schmerzen, ohne seelische Folter und Grausamkeit. Ja.
Wie wir ewig unsere Eltern loben sollten, dass sie uns eine Welt gebaut, in der wir so frei, so unbeschwert aufwachsen. In Parks und Wäldern und Theatern. Ja.
Und all die kleinen Alltagsschmerzen, die sollten wir vergessen, nein, nicht einmal nennen, nicht einmal denken. Denn gut geht es uns. So gut. So gut, das können wir gar nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Wir wissen ja gar nicht, wie es ist.
Und wenn du trotzdem weinst, abends, im stillen Kämmerlein, dann musst du dir selbst den Verstand absprechen, dann musst du dich von oben sehen, in deiner ganzen, verwöhnten Lächerlichkeit. Und wenn du einmal denkst, dass es nicht weiterginge, dass dein Kummer so stark, so tief, so ausweglos sei, nein, dann darfst du dir selbst nicht einmal zuhören, in deiner unerhörten Anmaßung.

Nein, wir haben nichts Schlimmes erlebt.

2 Kommentare:

F hat gesagt…

Ist kein Grund für seelische Grausamkeiten.

nora hat gesagt…

:) ...nein wirklich?